Klima und Geologie der Sahara
Klimatisch ist die gesamte Sahara ganzjährig von extremer
Trockenheit und großer Hitze geprägt.
Tagsüber klettert das Thermometer im Sommer häufig in
Regionen zwischen 50 und 60 Grad, während in der Nacht die
Quecksilbersäule wieder um mehr als 30 Grad fallen kann. In
den Wintermonaten sind auch Nachttemperaturen von 10 bis 15 Grad unter
Null möglich. Diese extremen Temperaturausschläge
werden durch eine fehlende Wolkendecke begünstigt und tragen
neben der anhaltenden Hitze und den fehlenden Niederschlägen
zusätzlich zur Lebensfeindlichkeit der Sahara bei.
Die Luftmassen der trockenen Passatwinde haben sich beim
Erreichen der Sahara-Region längst abgeregnet und die
Luftfeuchtigkeit ist in der Wüste mit ungefähr 20
Prozent sehr gering. Nur in Küstennähe steigt sie auf
normale Werte an. An keinem Ort der Welt scheint die Sonne, im
Jahresmittel, mit 11 Stunden pro Tag länger als in der Sahara.
Die nördlichen Regionen der Wüste sind klimatisch
deutlich mediterran-atlantisch geprägt und weisen weniger
extreme Klimamerkmale auf als die zentrale Sahara.
Im Westen liegen die Sanddünen der Sahara nur wenige Meter
über dem Meeresspiegel, während sich im Tschad der
vulkanische Tibesti-Gebirgszug bis auf eine Höhe von 3415
Metern erhebt. Die mittleren Höhen bewegen sich zwischen 200
und 500 Metern über dem Meeresspiegel, wogegen die
ägyptische Kattarasenke mit 133 Metern unter Normalnull den
tiefsten Punkt Afrikas darstellt. Ein genauer Entstehungszeitraum der
Sahara lässt sich heute aus Sicht der Forschung nicht
bestimmen: es gibt Belege für eine größere
Wüstenausbreitung schon vor sieben Millionen Jahren, der aber
auch Phasen mit mehr Feuchtigkeit und einer flächendeckenden
Vegetation gefolgt sein müssen. Solche Wechsel gingen
offensichtlich mit größeren Umwälzungen des
globalen Klimas einher, unter deren Einfluss die Sahara einige Male ihr
Gesicht verändert hat.